Was ist..........Jiu-Jitsu waffenlose Selbstverteidigung…….

Jiu-Jitsu, oft als die „sanfte Kunst übersetzt, ist eine der ältesten und effektivsten Formen der waffenlosen Selbstverteidigung.

 

Was ist Jiu-Jitsu?

Jiu-Jitsu ist eines der ältesten waffenlosen Selbstverteidigungssysteme, das ursprünglich von den japanischen Samurai kultiviert wurde. Das Kernprinzip lautet: „Siegen durch Nachgeben“. Statt roher Kraft gegen Kraft einzusetzen, nutzt man die Energie und Bewegung des Angreifers geschickt aus, um diesen zu kontrollieren oder kampfunfähig zu machen. Für den asiatischen Raum ist belegt, dass der Chinese Chin-Gempin im Jahre 1650 nach Japan kam und in Owari eine Selbstverteidigungskunst lehrte, die man durchaus als Jiu-Jitsu bezeichnen kann. Für die Samurai gehörte Jiu-Jitsu schon ab dem frühen 17. Jhd. zu den ersten Pflichten und wurde im sogenannten „Bushido“, dem Ehrenkodex, festgelegt.

 

Die drei Säulen des Trainings

Das moderne Training umfasst ein breites Spektrum an Techniken, wobei der "Lösungsweg" im Sinne einer erfolgreichen Verteidigung nie vorgeschrieben wird. Die Lehrerin und der Lehrer geben verschiedene Beispiele aus welchen die Schüler/innen auswählen können und somit im Laufe der Zeit ihren ganz eigenen Stil entwickeln.

·         Atemi-waza Schlag- und Tritttechniken (Karate): Gezielte Abwehr und Konter im Stand.

·         Nage-waza Wurftechniken (Judo): Den Angreifer sicher zu Boden bringen

·         Katame-waza Griff-,Hebel (Aikido) -und Würgetechniken: Den Angreifer durch Griff- (Osaekomi-waza), Hebel- (Kansetzu-Waza) und Würgetechniken (Shime-waza) zu kontrollieren.

 

Jiu-Jitsu lehnt sich an den klassischen japanischen Kyu-Graden (Schüler) und Dan-Graden (Meister) an, Gürtelprüfungen sind ein fester Bestandteil, um die Fortschritte zu messen und höhere Kyu- und Dan Grade zu erreichen. Trainiert wird im Dojo (Trainingsstätte)

 

Warum Jiu-Jitsu?

Jiu-Jitsu ist mehr als nur Sport – es ist eine Schule für Körper und Geist:

 

Effektive Selbstverteidigung: Lernen Sie, sich auch gegen körperlich überlegende Angreifer durch Hebelwirkung und Technik zu behaupten sowie die Kraft des Gegners die Energie der Bewegung des Angreifers weiterzuleiten und zu nutzen.

·         Ganzkörper-Fitness: Das Training fördert Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination.

·         Mentale Stärke: Sie entwickeln mehr Selbstbewusstsein, Disziplin und die Fähigkeit, in Stresssituationen ruhig zu bleiben.

 

·         Für jeden geeignet: Unabhängig von Alter, Geschlecht oder Fitnesslevel kann jeder mit dem Training beginnen.

 

Werte und Etikette:

·         Auf der Matte pflegen wir eine Kultur des gegenseitigen Respekts, Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft und der Achtsamkeit. Wir trainieren miteinander, nicht gegeneinander, und achten stets auf die Sicherheit unserer Trainingspartner. Ein wichtiger Bestandteil ist das Studium von philosophischen Werten (Bushido), die über das rein Körperliche hinausgehen.

 

·         Entwicklung in Deutschland

Im Jahre 1906 gründete als Pionier Erich Rahn in Berlin seine erste Jiu-Jitsu Schule, die noch heute existiert. Hierdurch wurde diese Kunst außer dem Militär und der Polizei auch dem normalen Bürger zugänglich gemacht. Erich Rahn hatte bereits als 15 jähriger durch die Handelsbeziehungen seines Vaters mit Japan und China Gelegenheit, Jiu-Jitsu kennen zu lernen.

 

·         Kanō Jigorō (1860–1938) war ein japanischer Pädagoge und Kampfkünstler, der das moderne Judo aus den traditionellen Techniken des Jiu-Jitsu entwickelte.

Diese rein technische Ausrichtung wurde um 1882 durch Jigoro Kano grundlegend geändert. Er erweiterte sein neues Jiu-Jitsu, das er Judo nannte, um die ethischen und moralischen Grundsätze, die landläufig unter dem Begriff "Do" bekannt sind. Nun ist Jigoro Kano allseits als Gründer des Judo bekannt, nur wenige würden ihn jedoch im Zusammenhang mit dem Jiu-Jitsu sehen. Hierzu muss man wissen, dass das Judo und das Jiu-Jitsu nach Kano eine Einheit war. Kanos Judo beinhaltete über lange Jahre sowohl den sportlichen Judokampf als auch die Selbstverteidigung des Jiu-Jitsu. Die sportadministrative Trennung und damit Verselbstständigung beider Teile erfolgte erst in den 30er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts. Zwischenzeitlich wurde der gegenseitige Wert jedoch wieder von den Verbänden erkannt, so dass es im Judo wieder einen selbstverteidigungsbezogenen Wahlbereich gibt, im Jiu-Jitsu die Techniken des Judo dagegen schon immer fest integriert waren.

 

Quelle: Matthias Holder, Referent für Öffentlichkeitsarbeit der Sektion Jiu-Jitsu im WJV - aus "Der Sport" 9/1998, Jiu-Jitsu: Das Ausbildungs- und Prüfungsprogramm des modernen Jiu-Jitsu innerhalb der Jiu-Jitsu Union e. V. Deutschland. Teil 1 = Theorie, Einzeltechniken, Autoren: Dr. Georg Stiebler, Jochen Kohnert 1999, Wikipedia 04.03.2026